LiveView – die Aufnahmen besser im Blick

Die Geschichte von LiveView bzw. der so genannten Live-Preview beginnt im Jahr 1995 als Casio die nichtprofessionelle Digitialkamera „QV-10“ auf dem Markt brachte. Bei LiveView handelt es sich um ein mittlerweile zum Standard gewordenes System, mit dessen Hilfe die Bildkomposition nicht über den integrierten Sucher sondern direkt über den Bildschirm der Kamera vorgenommen wird.

LiveView

Mit LiveView habt Ihr die Aufnahme besser im Blick, als mit dem Sucher (c) istock.com/ ogre64

Sprich, das elektronische Signal des Gerätes wird in Echtzeit an ein Display übertragen. Seit der Jahrtausendwende hat sich diese Live-Preview bei den meisten digitalen Camcordern und Kameras als Standard etabliert und ist mittlerweile auch im digitalen Spiegelreflexbereich (DSLR) anzutreffen.

LiveView bietet vielfältige Möglichkeiten

Dank diesem System und dem damit verbundenen digitalen Bild, ergeben sich beim Fotografieren eine Vielzahl an Möglichkeiten und dementsprechend auch Vor- und Nachteile.

Vorteile

  • Anzeige des 100 prozentigen Ausschnitts des späteren Fotos (Vergleich: beim Sucher werden rund 95 % des späteren Bildes dargestellt)
  • Anzeige von zusätzlichen Bildinhalten, wie beispielsweise einem Histogramm, mit dessen Hilfe die Verteilung der Helligkeiten oder auch die Bildschärfe angezeigt werden kann
  • Die manuelle Einstellung der Entfernung wird vereinfacht, da scharf abgebildete Strukturen hervorgehoben werden können
  • Wenn das Gerät über einen klapp- oder schwenkbaren Monitor verfügt, kann die Fotografie beliebig ausgerichtet werden, was letztendlich Selbstporträts oder Überkopf- bzw. Bodenaufnahmen spielend einfach ermöglicht
  • Features wie beispielsweise die Gesichtserkennung
  • Möglichkeit eines „digitalen Zooms“, auch Softwarelupe genannt, mit variablen Vergrößerungsfaktoren
  • Jederzeit exakte Kontrolle des Bildwinkels
  • Leichte Erstellung der Panoramabilder, da Ausschnitte der vorangehenden Bilder angezeigt werden können
  • Es kann kein indirektes Licht durch den Sucher eindringen – perfekt für Langzeitbelichtungsaufnahmen
  • Echtzeitvorschau, genutzte Effekte werden direkt auf dem Display dargestellt und zeigen, wie sie sich später auf das Foto auswirken

Nachteile

  • Da sich der eingebaute Bildwandler permanent in Betrieb befindet und sich erwärmt kann ein negativer Effekt auf das Bildrauschen eintreten
  • Die Auswertung der automatischen Entfernungseinstellung ist aufwendiger als bei einer Phasenvergleichsmessung mit Zusatzvorrichtung
  • Einfach digitale Sucher verfügen meist über eine äußerst geringe Auflösung
  • Bei heller Lichteinstrahlung ist das Display, je nach Modell, nur noch sehr schwer zu erkennen
  • Durch LiveView entsteht eine gewisse Verzögerung beim Schwenken oder Bewegen, daher für Sportfotos eher ungeeignet
  • Höherer Stromverbrauch der Kamera und damit einhergehende geringere Akkulaufzeit

Mein Fazit

Ich selbst nutze Liveview bereits seit vielen Jahren. Im privaten und semiprofessionellen Bereich, in dem ich selbst tätig bin, halte ich sehr viel von dieser Technik, da ich die vielen Vorteile nicht mehr missen möchte. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich erst zu dieser Erkenntnis gekommen bin, nachdem ich mir eine Kamera und einen Camcorder gekauft hatte, die über ein, auch bei direkter Sonneneinstrahlung erkennbares Display verfügen und mich mit Ersatzakkus ausgestattet hatte. Gerade die problemlose und einfache Erstellung von Panoramabildern und die schnelle Auswahl des für mich passenden Modus sind Features, die mich noch heute begeistern. Persönlich rate ich Euch sich nicht auf die eine oder andere Art zu fotografieren zu beschränken, sondern beides zu nutzen und die Vorteile der jeweiligen Methode bei seinen Fotos einzusetzen.

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2 Antworten: “LiveView – die Aufnahmen besser im Blick”

  1. Janne sagt:

    Live View bringt es voll, aber ich bin eher der Fan der älteren Modelle.

  2. Fritz sagt:

    Meiner Meinung nach ein sehr gelungener Artikel! Werde mich nun auch denke ich damit mal auseinandersetzten!

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